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![]() Ausstellung Brüssel 2006 - INANIMATE |
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UN-BELEBT - ZENS(UR)IERTE BILDERZWÖLF (12!) VON DEN 26 IM RAHMEN DER BRÜSSELER "UN-BELEBT" AUSSTELLUNG GEZEIGTEN BILDER WURDEN ZENSIERT (zur Ausstellung - hier klicken)
Machen Sie sich selbst ein Bild, indem Sie weiter hinunterscrollen und sich die zensierten Bilder ansehen. Die Kritikpunkte waren, die Abbildungen seien nicht gefällig, vor allem die Puppen würden an Kinder erinnern, sie seien anstößig und zu provokant. Warum eher zum Ende der Ausstellung hin auch Menschenbilder zensiert wurden, ist mir ein Rätsel. Die Bilder sind im Rahmen der Zensur natürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht klar genug war, dass diese Bilder der Realität entsprechen, nicht gestellt sind und nur Menschen und Dinge abbilden und zwar so, wie sie "in der Natur" vorkommen. Puppen werden kaputt, Arme können neben Beinen liegen, wenn es mit einer Puppe hart auf hart geht. Die Haut ist nicht perfekt und wenn sie es ist, dann ist es die Fliegenklatsche daneben, die Spuren der Zeit zeigt. Dass Zensur von Bildern, Photos, im Jahr 2006 noch möglich ist, belustigt mich, beunruhigt mich aber auch. An sich halte ich es aber nach all den Reaktionen, die ich bekommen habe, für ein gutes Zeichen. Es wurde über meine Bilder gesprochen, sie haben Widerstand erzeugt, Menschen soweit gebracht, dass sie dagegen waren. Sie sind also betrachtet worden und dass es bei näherer Auseinandersetzung nicht immer nur Zustimmung gibt ist nicht das schlechteste. Widerstand heißt wohl auch, dass diese Bilder ein wenig aufgeregt haben - und dass meine Bilder aufregend sind, das halte ich für durchaus in Ordnung. SHUT-UPDas allererste Bild, das zensiert wurde: Shut up, ein Bild,
dass ich im Ausverkauf im Jänner 2006 in der Brüsseler
Innenstadt aufgenommen habe. Es war die Schaufensterdekoration einer sehr teuren
Boutique. Die Ironie des Schicksals ist wohl, dass es die Boutique nicht mehr
gibt, sie wurde einige Tage nach dem Ende des Ausverkaufs geschlossen, die
Geschäftsräumlichkeiten stehen nun leer. Ob das trotz oder wegen dieser Auslagendekoration
war, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis.
TWINSMich erinnern die Zwillinge hier ja am ehesten an die Puppe
meiner Mutter, die einen gewissermaßen irren Blick ins Leere, in den Abgrund
hatte (die Puppe meine ich). Dass man die beiden hier aufs erste Hinsehen mit
Kindern, respektive deren
Köpfen verwechseln könnte, war mir so neu. Aber man lernt ja nie aus.
ICH BIN SCHON GANZ VERSTREUTDen Titel "ich bin schon ganz verstreut" verdankt diese Puppe meiner Freundin Margit, spontan angelehnt an Heinz Erhardt. Aufgenommen am Tag der 175-Jahr-Feier in Belgien, am 21. Mai 2005, dem Nationalfeiertag, lag ebendiese Puppe irgendwo in an einem Brüsseler Randstein - ihre Arme samt Rumpf daneben. Auch das Bild war in einer Form daneben und fiel als eines der ersten der Zensur zum Opfer.
PUPPERLZugegeben eines meiner Lieblingsbilder... Normalerweise hängt es ja bei mir in der Küche und starrt, der Schädeldecke erleichtert, in eine unbestimmte Ferne. Offen für jede Indoktrination, die sich aber gerade wegen der Offenheit des Schädels gleich wieder ad absurdum führt. Die Puppe saß genau so, wie sie hier abgebildet ist, in einem Altwarengeschäft in Straßburg.
PUPPE MIT BLAUEN AUGENManche meiner Freunde haben angemerkt, diese Puppe würde sie an einen bekannten Horrorfilm erinnern und demnach sei es nachvollziehbar, dass dieses Bild Widerstand erzeugt. Gut, ich bin selbstverständlich alles andere als objektiv. Ich wollte nur anmerken, dass es sich um eine Aufnahme aus Finnland, genauer gesagt um einen Flohmarkt in Helsinki irgendwann im Jahr 2003 handelt.
GLAMOUR"Glamour" ist ein Bild, dass ich in Paris aufgenommen habe. Die Puppe war leicht schief und musste, um nicht in der Auslage umzufallen, angebunden werden. Aus dem Kontext gerissen könnte sie vielleicht als gefesselt gelten.
CLOCHARDWie der Name schon sagt handelt es sich hier um einen Pariser Clochard, an dem ich die Leichtigkeit, Spitzbübigkeit und scheinbare Lebensfreude absolut faszinierend gefunden habe. Warum er nicht mehr gezeigt werden durfte, entzieht sich meines Verständnisses.
BRÜSSELER RASTAAuf einem Markt in Brüssel habe ich dieses Mädchen entdeckt. Ein gekünsteltes Weinen zwischen vielen kleinen Zöpfchen. Warum man sie wohl in das Abstellkammerl der Zensur verbannt hat?
MÖNCHEMönche in einem Kloster in Sri Lanka. Auch sie wurden aus einem mir nicht näher bekannten Grund aus den Ausstellungsräumlichkeiten entfernt. ich hätte nicht gedacht, dass eine kontemplative Haltung und eine gewisse Scheu als anstößig, abschreckend oder gar provokant gelten könnte.
MONITORMonitor nenne ich dieses Mädchen aus Sri Lanka wegen des kleinen Schildchens auf ihrer Schuluniform. Warum ihr makelloser Teint wohl nicht gefallen hat?
LADYEine südafrikanische Lady mit Hut, die meines Erachtens einer Schaufensterpuppe viel eher ähnelt als manche meiner Puppen. Warum sie nicht mehr gezeigt werden durfte, weiß ich nicht.
GERHARDZu guter Letzt kommt Gerhard, ein Bub, den ich im Jemen aufgenommen habe und dessen Gesicht mich so an die Kinderfotos von Gerhard, dem besten Freund meines Vaters, erinnert. Die einzige Erklärung zum Grund der Zensur dieses Bildes, hat mir ein Freund (natürlich im Scherz) gegeben: Das Bild würde zur Tierquälerei wenn nicht sogar zum Töten von Tieren aufrufen. Dem habe ich wohl nichts mehr hinzuzufügen. |
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