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Druckversion (PDF) - hier klicken Mein Freund und Arbeitskollege Ossi Hermann war im Vorjahr auf einem Segeltörn in Jugoslawien und hat die ganze Zeit begeistert davon erzählt. Darauf habe ich ihn bekniet, mich bei der nächsten Partie einzubauen. Tatsächlich wurden mein Kollege Gerhard Schlegel und ich im Winter zu einer Vorbesprechung nach Mürzzuschlag eingeladen. Die Gruppe (lauter Eisenbahner) war äußerst lustig, und wir wurden sehr humorvoll aufgenommen. Es wurde beschlossen vier Schiffe zu chartern und im Juni zu starten. Voller Vorfreude kauften wir ein wasserdichtes gelbes Bauarbeitergwandl und einen zünftigen Seesack (BauMax). Die rührigen Mürzzuschlager haben einen billigen Autobus aufgetrieben und in der Nacht zum 7. Juni 1986 ging’s los. Als Gerhard und ich um 2h früh in den Bus stiegen, war dort schon eine tolle Stimmung, Zwei Mann hatten Geburtstag, es gab Bier und Schnaps und mit Singen und Schmähführen wurde es eine äußerst amüsante und kurzweilige Fahrt in den Süden. Es ist sagenhaft was für einen Lärmpegel 32 gutgelaunte Männer erzeugen können. In Zadar wo die ersten zwei Besatzungen, darunter auch wir, ausgestiegen sind, sind wir der Polizei aufgefallen. Allerdings ließ sich diese von der Nüchtrnheit des Busfahrers überzeugen. Meine Vorstellung einer Segeljacht war eigentlich ein Filmschiff, einem Windjammer gleich, jedenfalls hätte ich es nicht dort gesucht, wo unser „Kapitän“ Kurt Sperl voller Stolz hinzeigte. Mir war nicht ganz klar, wie wir in dieses kleine Ding 12 Mann und unser ganzes Gepäck unterbringen sollten. Diese Sun Shine 38 stellte sich aber als Raumwunder dar und seither gilt den französischen Yachtbauern meine ganze Bewunderung. Wir richteten uns ein, und am Abend saßen wir alle am Saloontisch und sangen zünftige Seemannslieder mit lautstarker Begleitung der Bordmusik (Dr.Seegrabner „Mundharmonika“ Erich Feller Gitarre). Manhard Rath, der Kapitän auf dem anderen Schiff, hatte sogar ein Liederbuch dabei. Um 5h früh starteten wir mit zwei Schiffen vom Typ Sun Shine 38 aus der engen Stadtmarina Zadar, und ich war voller Bewunderung für den Skipper der das schwere Schiff millimetergenau durch die Ausfahrt steuerte. Für mich war es ein ganz tolles Erlebnis, da ich mit meinen paar angelesenen Nautikkenntnissen als vollwertiges Crewmitglied akzeptiert wurde. Es wurde mir die Kartenarbeit gezeigt und die allgemeine theoretische Törnplanung erklärt. Das Gute dabei war, dass die halbe Mannschaft einen Segelschein erwerben wollte. Ich kam mir ziemlich blöd vor, weil ich die Kartentheorie nicht sofort in die Wirklichkeit umsetzen konnte. Da mir das Segeln und der Umgang mit Rigg Ruder und „laufenden Gut“ unheimlich schwer vorkam, beschloss ich, vorerst ein guter Navigator zu werden. Im Laufe des Tages zweifelte ich allerdings, dieses Ziel zu erreichen, da ich immer der Letzte war, welcher das Leuchtfeuer, die Huck oder irgendein Seezeichen erspäht hat. Auf alle Fälle wusste ich schon an diesem ersten Segeltag: Das ist mein zukünftiges Hobby! Es muss irgendein Erinnerungsgefühl an die Geborgenheit im Mutterleib sein, das bei mir so ein Glücksgefühl und Wohlbefinden auslöst, wenn sich ein Schiff sanft oder auch unsanft in den Wellen wiegt. Dabei ist die Größe des Schiffes oder des Gewässers egal. Das Feeling ist immer das gleiche. Viele meiner Mitsegler glauben, dass ich schlafe wenn ich mich diesem Gefühl hingebe. An diesem Tag wurden eine Menge Segelmanöver geübt. Ich wurde mit dem Brauch des Manöverschlucks und des Opferns für Poseidon bekannt gemacht. Bei der Nordeinfahrt von Murter wurde ich zum Ausrufen der geschätzten Wassertiefe eingeteilt, was ich bravourös schaffte und stolz das Lob des Skippers einheimste. Der Schimpf desselben folgte eine halbe Stunde später, als ich beim Anlegemanöver zur Tankstelle im Weg war. Ein besonderes Vergnügen bereitete uns das Beobachten des Marktbetriebes, besonders als unser Smutje Ossi Hermann beim Handeln zur orientalischen Höchstform auflief. Es war ein Bild für Götter, als er mit zwei mit Gemüse vollen Taschen und einem Sack Kartoffeln über den Markt eilte und der Gemüsehändler brüllte, seine Frau und Kinder müssten nun verhungern. Am selben Tag noch umrundeten wir die Insel Murter und liefen an deren Südseite in die Marina Jezera ein. Da unsere beiden Sun Shines zuerst da waren, erkundeten wir ein bisschen den Ort und warteten auf die Friendships von Dr.Broz und Werner Albrecht. Werner kam mit seiner trinkfesten Mannschaft zuerst und berichtete, dass Peter Broz den Motor nicht mehr starten könne und vor dem Hafen auf Legerwall läge. Uns Neulingen musste erst erklärt werden, dass dies eine Position nahe dem Land sei, aus der sich ein Segelschiff nicht mehr freisegeln kann. Bevor wir aber noch irgendetwas unternehmen konnten, kam die Friendship mit vollen Segeln in den Hafen gerauscht, machte bei null Platz einen eleganten Aufschießer und kam am Ende der Mole fast zum Stillstand. Die Leinen flogen, wurden an den Pollern festgemacht, aber das Schiff glitt weiter, da besagte Leinen nicht an Bord belegt waren. Eie letzte lange Leine kam aber doch noch geflogen und an dieser wurde das Schiff an den Molenkopf zurückverhohlt. Die Dramatik dieser Augenblicke wurden von Gerhard Schwarz auf Video festgehalten. Es gab in Jezera nur ein größeres Gasthaus und der Wirt konnte uns nicht sagen, ob wir 32 Seebären Platz finden würden, da sich eine große Gruppe angemeldet hat. Eine Stunde später ist ein großer Kutter eingelaufen mit 25 singenden Männern an Bord, welche sich wenig später als Eisenbahner aus Kärnten geoutet haben und sogar einige von uns kannten. Damit war das Platzproblem gelöst, man rückte zusammen, zwei Akkordeons spielten auf und man hatte vor lauter Singen und Blödeln fast keine Zeit zum Essen. Der Lärmpegel erreichte ungeahnte Höhen und die zwei Dorfpolizisten, die wegen der Sperrstunde einschreiten wollten übertrafen bald die stimmgewaltigsten Kärntner an Lautstärke. Auch verärgerte Einheimische wurden nach und nach in den Chor eingebaut, und wir lernten dabei das eine oder andere Partisanenlied. Nach Mitternacht wurde der Koch animiert, seine Küche noch mal zu starten und Gerhard Schlegel und ich aßen noch 30 Palatschinken. Am nächsten Tag war starke Bora und es wurde beschlossen, im Hafen zu bleiben. Wir besuchten uns gegenseitig von Schiff zu Schiff, kosteten die Kreationen der verschiedenen Köche, blödelten und gingen im Hafen baden. Die Skipper besprachen die nächsten Ziele und ich war überall live dabei, Am Montag starteten wir (die zwei Sun Shine) nach Hvar und es war bei nachlassender Bora ein herrliches Raumschotsegeln. Wir kamen beim imposanten Leuchtturm „Mulo“ vorbei und es wurde mir gezeigt wie man mit Peilung, Kompass und Seekarte navigiert. Auch die Segelmanöver, das Steuern und der Umgang mit den zahlreichen Tauen sowie die Knoten waren für mich so interessant, dass ich darüber das Essen vergaß, aber bei jedem Manöverschluck dabei war. Das Anlegemanöver im Stadthafen von Hvar wollte ich mitgestalten, aber leider musste ich vorm Mast am Bauch liegen, weil mir total schlecht war. Es waren eine Menge Leute an der Mole, die unser Anlegen interessiert beobachteten. Ich habe meine ganze Selbstbeherrschung gebraucht, um mich nicht gerade in diesem Augenblick zu übergeben. Ich war so gespannt auf Hvar, konnte es aber jetzt durch meinen Tränenschleier kaum sehen. Ich blieb noch ein Weilchen an meinem Platz und machte mich möglichst unsichtbar, um der Manöverschluckflasche zu entgehen. Allein der Geruch von Schnaps hätte das Fass zum überlaufen gebracht. Hvar wird mir immer so in Erinnerung bleiben, wie ich es damals erlebt habe: Sonnendurchflutet, nach Lavendel riechend, sanft im Wind wiegende Palmen, bunte Vögel, venezianische Häuser, eine wunderbare Kathedrale und die über all dem thronende Burg. Bevor wir uns einig waren, was für ein Restaurant wir bevorzugen sollten, machten wir uns gruppenweise auf, den Ort zu besichtigen. Bei diesem Spaziergang imponierten mir vor allem die reifen Zitronen, die ich auf Bäumen zum ersten Mal in Natur bewundern konnte. Auch der Kapitän Manhardt Rath war bewundernswert, da er seiner Mannschaft - mit Reiseführern bewaffnet - alles erklären konnte. Gerhard und ich machten uns auf den Weg, um den Ort auf eigene Faust zu erkunden. Überall wurden Säckchen mit Lavendel, Lavendelhonig. Lavendelsträuße und Lavendelseifen angeboten. Man kann Hvar nicht verlassen ohne irgendetwas davon gekauft zu haben. Wir bestiegen den Hügel zur Burg und freuten uns über üppig blühende Hänge. Zum allgegenwärtigen Duft von Lavendel mischte sich noch der von Rosmarin und Salbei. Vom Burghügel aus gesehen bietet Hvar einen atemberaubenden Anblick .Auch die da und dort eingestreuten kommunistischen Zweckbauten können dem Charme dieser Stadt nichts anhaben. Wenn man den Blick über den Hafen richtet, sieht man die nicht weit entfernten St. Klementh-Inseln mit ihren runden Buchten, wo im türkisem Wasser weiße Yachten ankern. Spontaner Gedanke: So muß es in der Karibik sein. Als wir abends beim Treffpunkt waren hatte Ossi, unser Experte für leibliche Genüsse, schon eine gemütliche Gostalina für uns ausfindig gemacht wo wir dann in fröhlicher Runde dalmatinische Schmankerl verdrückten. Die Crew war ganz verwundert, weil Gerhard und ich heute keine Palatschinken wollten. Total erschlagen von den Eindrücken und der Sonne haben wir uns alle recht früh in die Kojen verzogen. Am nächsten Morgen haben wir zu zweit einen Erkundungsgang durch den Ort gemacht, überall blühten Mandelbäume, der Gemüsemarkt wurde aufgebaut und nach Kauf eines Reiseführers entdeckten wir erst die wunderbaren Details der alten Bauten. Unterwegs trafen wir Ossi, der auf dem Markt in seinem Element war und uns klar machte, dass wir gegen Mittag auslaufen und in einer Bucht in der Nähe drei Schiffe der Flotte treffen würden, um eine große Grillpartie zu feiern. Das Nötige habe er schon eingekauft. Um 14h legten wir ab und erreichten nach zwei Stunden die nämliche Bucht. Es war sehr idyllisch dort, eigentlich perfekt, wenn nicht die Crews vor uns ihren Müll zurückgelassen hätten. Nachdem wir gemeinsam den Platz gereinigt und für unsere Bedürfnisse hergerichtet hatten, überließen wir den Grillköchen das Feld um noch bei Sonnenschein ein ausgelassenes Badefest zu feiern. Unsere Frauen können sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, dass ihre griesgrämigen Fettwänste noch zu so einer Form auflaufen können. Beispiel: Mit einem mittleren Furz in richtigen Augenblick abgedrückt, kann man gute Schwimmer fast ertrinken lassen. Wie gesagt, mit solch profanen Dingen kann sich eine Männerpartie köstlich unterhalten. Die Rußkäfer (Grillspezialisten), welche mit einem gewissen Bierernst ihrer Profession nachgingen, bekamen gewisse Ähnlichkeiten mit denjenigen, die zu Hause am Herd zurückgeblieben waren, indem sie sich mit Stirnrunzeln und Kopfschütteln über unser Treiben mokierten. Aber spätestens beim Essen, das nur noch von orgastischen Stöhnen und lustvollen Schmatzen begleitet war, waren wir wieder die homogene Mannschaft, die wir immer waren. Inzwischen war die Sonne untergegangen und ein unglaublicher Sternenhimmel begann sich vor uns auszubreiten. So etwas sieht man nur, wenn es kein Gegenlicht gibt und die Luft von keiner Dunstglocke gestört ist. Dies ist auch die Zeit, wo das normale Blödeln aufhört und man sich in kleinen Gruppen oder paarweise zu ernsteren Gesprächen zusammenfindet. Da erzählt einer, der nach außen immer stark und ausgeglichen wirkt, von seinen Ängsten, Sorgen und Unsicherheiten und so mancher, der sich sonst als Kasperl hervortut, breitet seine philosophischen Gedanken aus und outet sich überraschend als Schöngeist. Solche Gesprächsrunden habe ich später oft bei Nachtfahrten oder langen Segelpassagen noch genossen. Am nächsten Morgen waren wir schon recht früh auf dem Weg nach Primosten, ein Weg von 38 Meilen, mit Kurs 312 beim vorherrschenden NO Wind ein Kreuzkurs, aber mit schönen langen Schlägen. Mir wurde von Skipper Kurt Sperl alles genau in Theorie und Praxis gezeigt, aber meine Zweifel, das alles zu erlernen, blieben. Mein bevorzugter Platz war damals am Bugkorb und ich fühlte mich wie ein richtiger Seefahrer. Nach einem wundervollen Segeltag legten wir im schönen kleinen Hafen von Primosten an und ich war wieder voll Bewunderung über die Geschicklichkeit der Steuerleute. Primosten ist ein ganz besonders reizender Ort, auf einer kleinen Insel liegend, die durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Einen besonderen Reiz hat es, am Abend durch die schmalen Gässchen zur Kirche hinaufzuwandern, um den Sonnenuntergang zu genießen. Unterwegs sieht man noch viele der alten steingedeckten Schuppen und Weinkeller. Die größte Attraktion sind aber die Weinschenken in der Hauptgasse. Inneneinrichtung: Drei große Weinfässer, ein 25lt Glasballon mit Schnaps, eine alte Kühltruhe, ein roher Tisch mit großer Geldlade als Theke, eine Bassena und ein altes Fass, gefüllt mit leeren Plastikflaschen. Draußen in der Gasse sind mit Ziegelsteinen, Holzschrägen, Nachtkasteln und langen Brettern eine Menge Bänke hergerichtet. Der Nachbar gegenüber, auch Weinbauer, kontert mit genauso abenteuerlichen Konstruktionen. Am Abend bleibt da nur noch ein Durchgang von etwa sechzig Zentimetern für die durchströmende Menge. Die meisten nehmen den Stau als Gelegenheit, sich zu setzen und ein Glas Wein zu trinken. Natürlich bleibt ein Großteil sitzen und nicht bei einem Glas. Dies führt dazu, das die Leute bald übereinander sitzen und sich einige Gäste in Weinlaune zum Handwerker berufen fühlen und mit dem umherliegenden Baumaterial neue Sitzgelegenheiten zu bauen beginnen. Kleine Berechnungsfehler bei diesen Bauwerken führen meist zu den tollsten Dominoeffekten welche die Unversehrten zu Lachstürmen hinreißt. Aber auch die Verrenkungen der Lachenden hat auch schon oft zu Massenstürzen geführt. Aber solche Einlagen schweißen eine bisher anonyme Menge zu einer lustigen Gesellschaft zusammen. Wenn alle wieder sitzen, die Gläser wieder gefüllt sind, gibt es keine sprachlichen oder gesellschaftlichen Probleme mehr. Für die Gäste ist dann auch nicht mehr klar ob sie zu Wirt A oder B gehören und es ist lustig zu beobachten, wie die bezahlten Aufpasser herumhüpfen damit nicht ein leeres Glas von A nach B wandert. Das geht soweit, dass sie sich vor der jeweiligen Wirtshaustür um die Beute raufen. Spät abends lässt man sich nach die eine oder andere Plastikflasche mit Wein füllen um beim Schiff noch einen Schlummertrunk zu nehmen. Wer unseren Smut Ossi kennt, der weiß dass dazu noch diverse Smankerln wie Knoblauchwürste und Schafkäse gereicht werden. Gerhard und ich richteten unsere Schlafsäcke an Deck her und wir waren trotz der vielen Misstöne in den Gesängen bald eingeschlafen. Am nächsten Morgen starteten wir wieder in aller Frühe und erreichten
nach fast zwei Stunden Leichtwindsegeln die Einfahrt nach Sibenik. Auch dieser
Punkt ist für Neulinge äußerst imponierend: Backbord ein großes
Leuchtturmgebäude, Steuerbord eine trutzige Festung mitten im dunkelblauen
Wasser welche auch mit modernen Waffen kaum zu überwinden wäre. Man
fühlt sich bei der vorbeifahrt wie im Seeräuberfilm und der tuckernde
Diesel klingt wie ferner Kanonendonner. Die Schlucht wird enger und nach zwei
Windungen sieht man plötzlich Sibenik. Vorbei an der wunderbaren Kathedrale
und der Bergfestung motorten wir den Fluss Krka entlang bis zur Straßenbrücke
die den Fluss überspannt. Dann kommt nach einigen Winden ein See, wo sich
Salz und Süßwasser mischen. Wenn man wieder in die enge Schlucht
einfährt glaubt man die Gegend zu kennen, weil dort Teile der Winnetoufilme
gedreht wurden. Unsere Crew traf dort also im Laufe des Abends so nach und nach ein und es
war bald die Hölle los. Skipper Werner Albert spielte schon mit dem Schifferklavier
auf, seine Mannschaft war schon in bester Form und zwei deutsche Crews waren
schon fleißig beim Schunkeln. Wir setzten uns dazu, bestellten Wein und
Schinken und es gelang uns der Stimmung ein paar neue Höhepunkte hinzuzufügen.
Am Ende des Abends wurde es ganz besonders lustig: Das Harmonikaspiel klang
plötzlich etwas dumpfer, weil Werner benebelt unter den Tisch gerutscht
war, dort aber unverdrossen weiterspielte. Ich werde das Bild nie vergessen,
wie nur mehr die Füße unterm Tisch hervorsahen und den Takt schlugen. Am Freitag in aller Frühe durften wir Neulinge das Ablegen übernehmen
und das Schiff bis zur Ausfahrt in den Vodicekanal steuern. Dort erwarteten
uns westliche Winde von einiger Stärke, die Segel wurden gesetzt und ein
traumhaftes Segeln zur Insel Molat begann. Ich bemerkte, das wir nicht volles
Tuch fuhren und Skipper Kurt erklärte, das er Starkwind erwartet habe
und das Reff schon im Hafen eingebunden hat. Am Abend in der stillen Bucht
zeigte er uns den Vorgang in der Praxis. Die Bucht war von der Lage und der
Landschaft her ein Hammer. Ein Bilderbuchsonnenuntergang, das Dreihauben-Abschiedsmenü und
die Stimmung eines kommenden Abschiedes haben auch diesen Abend unvergesslich
gemacht. Nach diesen Erlebnissen war mir klar: Segeln wird mein Hobby!
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